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Baustart für Millionenprojekt

Eisenhüttenstadt, 05.11.2010 (moz)  Im Juli 2012 soll das neue Millionenprojekt der Vulkan Energiewirtschaft Oderbrücke (VEO) GmbH in Eisenhüttenstadt den ersten Strom erzeugen. Mit der Grundsteinlegung für den Kraftwerksblock 7 am Freitagvormittag ist der Startschuss zur Umsetzung der Pläne für die moderne und umweltschonende Kessel- und Turbinenanlage gefallen. Der seit vier Jahren geplante Bau wird auch als wichtiger Beitrag zum Erhalt der Flüssiglinie von ArcelorMittal Eisenhüttenstadt und als Sicherung der umweltfreundlichen Energieversorgung von Werk und Stadt gesehen.

Auf der Baustelle: Thomas Rappen von Standard Kessel, ArcelorMittal-Geschäftsführer Thorsten Brand, Falk Möbius, Technischer Geschäftsführer VEO, Stefan Paeck, Stadtwerke-Geschäftsführer Bernd Rothe-Sallmann und Lothar Schulz, Kaufmännischer Geschäftsführer VEO  (v.l.). © MOZ/Gerrit Freitag

„Die Grundsteinlegung ist ein Höhepunkt für die Entwicklung der VEO, aber auch wichtig für das Werk und die Stadt“, betonte Lothar Schulz, Kaufmännischer Geschäftsführer der VEO. Denn der neue Kraftwerksblock wird ab Juli 2012 dabei helfen, Strom und Fernwärme für ArcelorMittal sowie Eisenhüttenstadt zu produzieren. Er hat 50 Prozent mehr Leistung. Die Energieausbeute soll bei gleichem Brennstoffeinsatz deutlich höher liegen. Der Block 7 wird zum Teil Anlagen aus den 1950er Jahren ersetzen, die 2012 in Rente geschickt werden. Da die Störungen und Reparaturen an den Altanlagen laut Lothar Schulz zunehmen, wird es höchste Zeit für den Neubau.

Der Bau erfüllt als Kraft-Wärme-Koppelungsanlage die geforderten Umwelt- und Effizienzanforderungen bei nahezu vollständiger Verwertung des Gicht- und Konvertergases aus dem Hüttenwerk. Zudem trägt der Kraftwerksblock zur Reduzierung von CO2-Emissionen bei. Bernd Rothe-Sallmann, Geschäftsführer der Stadtwerke Eisenhüttenstadt GmbH, die neben ArcelorMittal Anteilseigner der VEO sind, sprach davon, dass durch die verstärkte Fernwärmeproduktion jährlich 37 000 Tonnen CO2 eingespart werden. Das sei etwa die Menge, die derzeit durch die teilweise noch vorhandenen Gaskessel zur Energieversorgung in einzelnen Wohnblöcken anfalle.

Rothe-Sallmann sagte, dass Kreativität, Mut und Vertrauen gefragt waren, um die partnerschaftlichen Grundlagen für das 55,5-Millionen-Euro-Projekt zu legen. Für die Summe nimmt die VEO ein Darlehen auf. Ab Montag könne das erste Geld fließen, erklärte der Stadtwerkechef, der zur Grundsteinlegung die letzte fällige Unterschrift übergab.

Schon vor viereinhalb Jahren lag ein erstes Angebot für den modernen Hüttengaskessel mit Dampfturbosatz vor. Damals stoppten Finanz- und Wirtschaftskrise das ehrgeizige Projekt. Nun sei nur acht Wochen nach dem Vorliegen der Genehmigungen schon etwas Greifbares zu sehen, lobte Thorsten Brand, Geschäftsführer von ArcelorMittal Eisenhüttenstadt – auch mit Blick auf das bereits vorhandene Fundament für Block 7. Als die Zeitkapsel aus Messing mit der aktuellen Ausgabe der Märkischen Oderzeitung, den Bauplänen und Euromünzen unter den Mauersteinen versenkt wurde, wünschte er dem Kraftwerk „Glück auf!“

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